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Persönlicher Kommentar

Leben braucht Vernunft und Regeln

Dieser Text wird sich mit einer kleinen Maschine und noch kleineren Tieren beschäftigen – obwohl die Gas- und Ölfelder brennen, obwohl Menschen sterben und obwohl wieder so viele Unschuldige ihre Heimat verlieren. „Kleine“ Probleme verschwinden leider nicht, wenn große Probleme noch größer werden.

Die Maschine heißt „Mähroboter“ und die Tiere heißen Igel, Kröte, Frosch, Eidechse, Spinne, Käfer, Raupe. Die Maschine hat scharfe Messer. Die Tiere sind leicht verletzlich. Ihre natürlichen Schutz- und Fluchtreflexe nützen nichts, wenn der Mähroboter kommt.  Auch den §4 des Tierschutzgesetzes kennt der Mähroboter nicht: Tieren darf kein unnötiger Schmerz zugefügt werden. Sie dürfen auch nicht „einfach so“ getötet werden.

Die Maschine ist fortschrittlich. Sie läuft gegebenenfalls rund um die Uhr. Wenn der Akku schwach wird, fährt die Maschine automatisch zum Ladepunkt. Ein tolles Ding. Wer so etwas hat kann einen „perfekten“ Rasen präsentieren. Eigentlich ist die Maschine aber ständig damit beschäftigt, einen absolut unnatürlichen, lebensfeindlichen Zustand herzustellen. Sie ist insofern leider typisch für viele Aspekte unserer Zivilisation: Es wird dem Leben nicht leicht gemacht, sich zu entfalten. 

Mittlerweile wird vielerorts wenigstens über ein „Nachtfahrverbot“ für Mähroboter diskutiert. Einzelne Städte (ganz aktuell Regensburg) und Landkreise (Schwandorf) haben schon so ein Verbot beschlossen. Viele Petitionen laufen. CSU, FW und AfD haben im Bayerischen Landtag ein Landesgesetz zum Nachtfahrverbot leider abgelehnt. 

Dort gab es eine Neuauflage der Lieblingsdebatte unserer Zeit: „Muss man den Leuten denn alles verbieten? Reichen nicht Appelle an vernünftiges Verhalten?“ Ich bin mir sicher: Nein, sie reichen nicht. Es wird ja auch weiterhin viel zu schnell gefahren, obwohl die Preise an den Tankstellen sehr laut an die Vernunft appellieren… 

Wer Leben schützen will, braucht Vernunft und Regeln.

Autor/in:
Bernhard G. Suttner
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Wichtiger Hinweis:
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