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Persönlicher Kommentar

„Zuverlässig, erschwinglich, emissionsarm“

Dass sie es ernst meint, zeigt die Wahl des Termins: Pünktlich zum 15. Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima stellte Frau von der Leyen öffentlich klar, dass der Atomausstieg in Deutschland ein „strategischer Fehler“ war. Darin ist sie sich mit Bundeskanzler Merz einig. Und Markus Söder, seinerzeit - nach der Kernschmelze in Fukushima – der allerschärfste Atomgegner, hat längst seine Meinung geändert: Auch er will wieder Atomkraftwerke in Deutschland haben. 

Es lohnt sich die strahlende pro-Atom-Rede der EU-Kommissionspräsidentin genau anzuschauen. Sie lobt die Atomkraft als „zuverlässig, erschwinglich und emissionsarm“. Es ist allgemein bekannt, wie „zuverlässig“ die französischen Reaktoren Strom liefern, wenn wegen der sommerlichen Hitze die Kühlwasserzufuhr nicht mehr funktioniert; die Atomkraftwerke waren oft wochenlang abgeschaltet. Man kennt auch die „erschwinglichen“ Preise beim Bau der jüngsten europäischen Atomkraftwerke in Finnland, Frankreich und Großbritannien: Sie kosteten „zuverlässig“ drei- bis sechsmal so viele Milliarden wie ursprünglich berechnet. In Großbritannien wurde Hinkley Point nur gebaut, weil den Betreiberkonzernen „zuverlässig“ garantiert wurde, eine weit über den Marktpreisen liegende Vergütung für jede Kilowattstunde aus der Staatskasse zu bezahlen. Und ja, wir wissen alle, dass die AkWs „emissionsarm“ sind: Sie stinken nicht riechbar und rauchen nicht sichtbar. Der pro Jahr anfallende Müll hat noch nie interessiert; warum sollte man mit dieser bewährten Praxis aufhören?

Es ist gut, dass es jetzt eine aktualisierte Ausgabe des „Uranatlas“ gibt. Eine Gemeinschaft von atomkritischen Stiftungen und Verbänden (u.a. BUND, Greenpeace, IPPNW) hat diverse Fachleute beauftragt, alles was man wissen muss zusammenzutragen. 60 Seiten gut lesbare Pflichtlektüre mit vielen aussagekräftigen Grafiken!  https://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Shop/Uranatlas_2026.pdf 

Autor/in:
Bernhard G. Suttner
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