Pressemitteilung
„Unsere Lebensmittelproduktion muss unabhängiger werden!“
ÖDP Bayern unterstützt Forderung des Bayerisches Agrarbündnisses nach einem Umbau der Landwirtschaft – Teurere Lebensmittel durch Düngemittel-Engpass
Landesvorsitzende Agnes Becker und pol. Geschäftsführerin Ronja Zoels-Biber (Fotos: Lang).
Unsere Ernährungssicherheit hängt seit Jahrzehnten maßgeblich vom Import mineralischer Stickstoff-Dünger ab – denn dieser wird in der industriellen Landwirtschaft benötigt. Große Mengen des Kunstdüngers müssen die Straße von Hormus passieren, doch diese ist wegen des Kriegs im Iran derzeit gesperrt. Werden Düngemittel knapp, kommt es zu Engpässen und Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln. „Unsere Lebensmittelproduktion muss unabhängiger werden“, fordert deshalb Agnes Becker, Co-Landesvorsitzende der ÖDP Bayern, seit Langem und spricht sich anlässlich der derzeit stattfindenden Agrarministerkonferenz gemeinsam mit dem Bayerischen Agrarbündnis für einen Umbau der heimischen Landwirtschaft aus. „Die Agrarministerinnen und Agrarminister unter dem Vorsitz der bayerischen Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber müssen endlich die Weichen für die Ernährungssicherheit der Zukunft stellen. Und das bedeutet: Einsatz für eine regionale Landwirtschaft, die nicht auf mineralische Dünger und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel angewiesen ist, sondern im Kreislauf wirtschaftet.“
Anlässlich der Agrarministerkonferenz stellte das bayerische Agrarbündnis, bestehend aus Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), BUND Naturschutz (BN), Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL), Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) und Landesvereinigung für den ökologischen Landbau (LVÖ) seine Positionen zur zukünftigen Agrarpolitik vor. Die Plattform fordert eine Landwirtschaft, die die Lebensgrundlagen achtet, Wasser sauber, Böden gesund hält sowie die Artenvielfalt und das Klima schützt. Die ÖDP Bayern unterstützt diesen Appell.
„Es gibt gute Gründe dafür, warum Europa das 25-Prozent-Bio-Ziel, Deutschland und Bayern sogar das 30-Prozent-Bio-Ziel bis 2030 ausgerufen haben“, betont auch Ronja Zöls-Biber, politische Geschäftsführerin der ÖDP Bayern, die viele Jahre in der Bio-Branche tätig war. „Sämtliche Akteurinnen und Akteure haben erkannt, dass eine Steigerung der Öko-Flächen viele Vorteile für Umwelt, Gesellschaft, Gesundheit und langfristig auch für die Wirtschaft bietet. Das aktuelle Weltgeschehen zeigt einmal mehr die Notwendigkeit, sich unabhängiger zu machen von globalen Lieferketten und fossilen Ressourcen und stattdessen die lokale Landwirtschaft zu stärken.“
Gemeinsam mit dem Bayerischen Agrarbündnis fordert die ÖDP Bayern deshalb:
- Bürokratieabbau nicht zu Lasten von Umwelt, Arten- und Klimaschutz
- Abkehr von Intensivproduktion und Exportorientierung
- Umsetzung der Ziele aus dem ÖDP-Volksbegehren „Rettet die Bienen“: Artenvielfalt ermöglicht Ernährungssicherheit
- Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung
- Gentechnikfreiheit in Europa
- Honorierung von Gemeinwohlleistungen in der Landwirtschaft
- Abschaffung der Flächenprämien im Rahmen der Gemeinsam Agrarpolitik
- Zuverlässige, wirksame Förderbudgets für den ökologischen Landbau
