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Gillamoos-Montag der ÖDP: Erstmals Freibier wegen der Klimakrise!

Agnes Becker: „Orange ist das neue Grün“

ÖDP-Landesvorsitzende Agnes Becker (2.v.l.) beim Anzapfen mit (v.l.): Bezirksrat Urban Mangold, Kreisrat Ferdinand Hackelsperger, stv. Landesvorsitzende Martha Altweck-Glöbl, Gemeinderat Dr. Ralf Schramm, Kreisrat Konrad Pöppel und Kreisrätin Annette Setzensack (Foto: ÖDP)

Atomkraft-Laufzeitverlängerung, Einknicken vor der Agrar-Lobby und nicht mal ein Tempolimit! „Es wird von Monat zu Monat deutlicher: Die Grünen brauchen mehr denn je ein ökologisches Korrektiv. Orange ist das neue Grün“. Diese Botschaft formulierte die bayerische ÖDP-Vorsitzende Agnes Becker am Gillamoos-Montag. 

„Ohne Insekten kein Opfelsoft“

Hart ins Gericht ging Becker mit dem Vize-Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger, der erst am Samstag beim Karpfhamer Volksfest „wieder was rausgehauen, was einen denkenden Menschen schauern lässt“: Aiwanger wolle sich „mit aller Kraft gegen eine Pestizidreduzierung auf deutschen Äckern stemmen“. Becker: „Ein solch dumpfbackiges Gelaber treibt mir die Zornesröte ins Gesicht.  Die Wissenschaft sagt es uns klar und deutlich: Der Einsatz von Pestiziden ist ein maßgeblicher Treiber des Artensterbens, u.a. Glyphosat findet sich inzwischen sogar in der Muttermilch! Die Bestäuberinsekten erbringen milliardenschwere Leistungen bei der Bestäubung unserer Nutzpflanzen. Ohne sie funktioniert Landwirtschaft nicht. Ohne den Hubsi schon. Aber vielleicht sollten wir es dem Hubsi mal so erklären: Ohne Insekten, auch kein Opfelsoft!“

Erstmals gab es beim Gillamoos der ÖDP Freibier – aber mit ernstem Hintergrund. „Anzapfen, bevor der Hopfen klimabedingt knapp wird“ - Zum ersten Mal versuchte sich Agnes Becker in dieser Disziplin. „Wissenschaftler befürchten, dass der weltweit bedeutende Hopfenanbau in der Hallertau vor größten klimatischen Problemen steht. „Wachrütteln“ will die ÖDP-Chefin mit dieser Aktion: „Wenn die Politik und die Gesellschaft nicht in letzter Sekunde die Kurve zum 1,5 Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens schafft, wird sich vieles ändern und es wird mit Stürmen und Überflutungen wesentlich Gefährlicheres geben als die Bierfrage“. 

ÖDP-Bezirksrat Urban Mangold forderte in seiner Rede eine aktiveren Einsatz des Bezirks für die Bewahrung der niederbayerischen Kulturlandschaft. „Wenn der reizvolle Wechsel zwischen historisch gewachsenen Orten und einer in Jahrhunderten entstandenen Kulturlandschaft nicht mehr erlebbar ist, dann ist Bayern nicht mehr bayerisch“, sagte Mangold.

Kreisrat Ferdinand Hackelsperger kritisierte, dass der Landkreis Kelheim unter den 71 bayerischen Landkreisen beim Anteil der ökologischen Landwirtschaft zu den Schlusslichtern gehört und mit seinen Liegenschaften in einer massiven Erdgasabhängigkeit feststeckt. Durch erfolgreiche ÖDP-Initiativen im Kreistag werden diese Probleme „nun endlich durchgängig angegangen“. Die ÖDP habe sich „massiv und erfolgreich“ für den Erhalt der Biodiversität im Landkreis Kelheim, insbesondere auch im Donaudurchbruch Weltenburger Enge eingesetzt.

ÖDP-Landesvorsitzende Agnes Becker (Foto: ÖDP)

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