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Pressemitteilung

Ende der Bio-Schweinehaltung im Staatsgut Kringell „auch wirtschaftlich unklug“

ÖDP Bayern: „Das Ziel 30 Prozent Ökolandbau in Bayern ist nur noch eine Farce.“

Die Co-Landesvorsitzende der ÖDP Bayern Agnes Becker (links), der niederbayerische Bezirksrat Urban Mangold (rechts), die politische Geschäftsführerin der ÖDP Bayern, Ronja Zöls-Biber (2.v.r.), und weitere ÖDP-Aktive aus dem Landkreis Passau. Bild: ÖDP Bayern

Die ökologische Schweinehaltung am Lehr- und Versuchsbetrieb in Kringell soll bald Geschichte sein. Damit wird der einzige staatliche Schweine-Öko-Stall in Bayern nach 15 Jahren aufgegeben. „Statt ein solches Kompetenzzentrum zu schließen, sollten Bildungsangebote lieber ausgebaut werden“, empört sich Agnes Becker, Co-Landesvorsitzende ÖDP Bayern, die selbst ein kleine Biolandwirtschaft betreibt. „Nicht nur Auszubildende, auch Schülerinnen und Schüler aus der Umgebung besuchten die Öko-Akademie, um sich über Bio-Schweinehaltung zu informieren.“ Das Signal dieser Schließung sei verheerend und schüre neue Unsicherheiten für die bayerischen Ökolandwirtinnen und -landwirte. 

„Erst hat man das Ziel ,30 Prozent Bio bis 2030‘ im bayerischen Naturschutzgesetz verankert, nun entzieht man der Ökolandwirtschaft die Grundlagen, sich weiterzuentwickeln“, kritisiert auch Ronja Zöls-Biber, politische Geschäftsführerin der ÖDP Bayern, die viele Jahre in der Bio-Branche tätig war. „Gerade jetzt, wo die heimische Landwirtschaft zusätzlich durch das beschlossene Mercosur-Abkommen bedroht ist, sollten wir auf eine regionale Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln setzen.“ Insbesondere bei Bio-Schweinefleisch hinke die Erzeugung der Nachfrage seit Jahren hinterher. „Das Ende der Schweinehaltung in Kringell zeigt einmal mehr, dass das 30-Prozent-Ziel nur noch eine Farce ist.“

Viele Betriebe, besonders in Niederbayern, beziehen Bio-Ferkel aus dem Kringeller Schweinestall. Wo diese künftig herkommen sollen, ist unklar. „Landwirtschaftsministerin Kaniber schiebt die Verantwortung für den Ausbau der Ökolandwirtschaft stets der Verbraucherschaft zu. Doch dieses Argument zieht nicht mehr: Der Bio-Umsatz steigt wieder deutlich, der Ausbau der Öko-Flächen in Bayern stagniert dagegen, auf staatlichen Flächen sinkt der Anteil sogar. Die Folge: Importe. Indem Kaniber die Ökolandwirtschaft schwächt, handelt sie auch wirtschaftlich unklug“, sind sich Agnes Becker und Ronja Zöls-Biber einig.

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