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Wohl und Wehe

Jetzt zur Perle des 177-seitigen-Koalitionsvertrags: „Wir wollen im Jahreswirtschaftsbericht eine Wohlstandsberichterstattung integrieren, die neben ökonomischen auch ökologische, soziale und gesellschaftliche Dimensionen des Wohlstands erfasst.“ (S.32) Das muss man sich unbedingt merken. Verbirgt sich da am Ende gar der Abschied von der Fixierung auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Wohlstandsmaßstab? Wohl eher nicht: Da sich durch den gesamten Vertrag das Anliegen zieht, das aktuelle Wohlstandsniveau und Deutschlands Chancen im internationalen Wettbewerb für alle Branchen auszubauen, wird der „Wohlstandsbericht“ wohl kaum die Verluste auflisten, die auch bei „rot-grün-gelbem“ Wirtschaftswachstum systemisch unvermeidlich sind.
Ich fürchte, dass wir weiterhin von Parteien regiert werden, für welche die ökologisch-physikalischen Belastungsgrenzen des Planeten keineswegs die nicht verhandelbare Vorgabe für alles Handeln und Planen sind, sondern lediglich eine theoretische Annahme einiger pessimistisch gestimmter Naturwissenschaftler.