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Unbezahlbar?

Man wird sich wohl schnell darüber einig werden, dass auf Dauer der Preis von 9 Euro für ein bundesweites ÖPNV-Monatsticket viel zu gering ist. Allerdings zeigen die Erfahrungen der ersten Wochen mit der 9-Euro-Aktion, dass so ein unkomplizierter Fahrschein große Vorteile hat und die Nutzung des ÖPNV dramatisch erleichtert: Kein Studieren komplizierter Tariftabellen, kein Rätseln über Wabenzonen, kein Staunen über unverständliche Anweisungen zum Erwerb eines Tickets, keine Angst vor Schwarzfahrerei aus Unwissenheit… 

Die Lösung liegt eigentlich ganz nahe: Wir bleiben bei der Einfachheit des Systems und einigen uns auf einen vernünftigen Preis. Übrigens wäre die Finanzierung einer attraktiv-günstigen Monatskarte für alle ÖPNV-Angebote in Deutschland keineswegs unbezahlbar, wie viele annehmen. Eine dauerhafte Fortsetzung des 9-Euro-Ticket würde den Bund rund 10 Milliarden Euro pro Jahr kosten. Ein 20-Euro-Ticket wäre entsprechend günstiger zu haben, aber immer noch ein Milliardenprojekt. Unbezahlbar? Keineswegs! Würde man z.B. das „Dieselprivileg“ bei der Energiesteuer abschaffen und Benzin und Dieselkraftstoff gleich besteuern, kämen nach Angaben des Umweltbundesamtes 8 bis 10 Milliarden Euro zusammen. Mit einem Teil dieser Mehreinnahmen könnte das neue ÖPNV-Komfort-Ticket locker finanziert werden. Das Geld bliebe im Verkehrsbereich und würde ohne Belastung des Staatshaushaltes endlich in diesem von der Klimapolitik sträflich vernachlässigten Sektor einiges zum Positiven wenden.

Autor/in:
Bernhard G. Suttner
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