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Platz 2 auf der Klimakiller-Skala

Man bekommt ja als politisch interessierter Mensch jede Menge Aufrufe, eine Petition zu unterzeichnen. Nicht immer ist ein solches Anliegen argumentativ stark ausgestattet. Umso mehr hat mich der aktuelle Appell von „vegans vor future“ überzeugt: Es lohnt sich, nicht nur die Schlagzeile „Wegfall der Mehrwertsteuer auf klimafreundliche Lebensmittel“, sondern vor allem auch die Begründung zu lesen: Unsere Nahrung trägt sehr unterschiedlich zur Verschärfung oder Abmilderung des Klimaproblems bei. Rund ein Drittel der menschengemachten Treibhausgasemissionen hat mit Ernährung zu tun - das bedeutet: Unsere Essgewohnheiten belegen Platz 2 auf der Klimaretter- (oder Klimakiller-)Skala, gleich nach den fossilen Energien und noch vor dem Bereich Mobilität. 

Die Idee, die Mehrwertsteuer gemäß der CO2-Last eines Lebensmittels festzusetzten, wäre also alles andere als eine Nebensache. Charmant ist auch, dass es für diese fiskalische Klimaschutzmaßnahme keine neuen Investitionen braucht. Es könnte sofort losgehen… 

Eine der ältesten, leider immer noch unerfüllten (und deshalb immer noch aktuellen!) Forderungen der Umweltbewegung verlangt, dass die Preise die ganze Wahrheit sagen müssen. Noch immer werden viele Umweltkosten eines Produktes ganz selbstverständlich „externalisiert“ wie die Ökonomie zu sagen pflegt. Alltagssprachlich heißt „Externalisierung von Kosten“ nichts anderes als „interessiert uns nicht, bezahlen wir nicht, steigert aber unseren Gewinn“. Die Rechnung kommt aber doch, nur nicht an die Verursacher des externalisierten Problems, sondern an unschuldige Beteiligte wie z.B. Menschen im globalen Süden, spätere Generationen oder auch nichtmenschliche Wesen…

Ich habe deshalb die Petition von „vegans vor future“ (https://weact.campact.de/petitions/wegfall-der-mwst-auf-klimafreundliche-lebensmittel-1) gerne unterzeichnet. Dieses Thema muss intensiv in die Debatte gebracht werden.  

Autor/in:
Bernhard G. Suttner
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Wichtiger Hinweis:
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