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Nebenwirkungen

Hoffentlich sind die Nebenwirkungen des gemeldeten „Durchbruchs“ bei der Kernfusion beherrschbar. Damit meine ich nicht die Frage, ob die Kernfusion so unproblematisch ist wie ihre Befürworter behaupten. Das zu beurteilen muss ich Physikerinnen und Physikern überlassen. 

Die Nebenwirkungen, die ich meine, sind schon in manchen Medienbeiträgen festzustellen: Da wird von der „Lösung unserer Energieprobleme“ gesprochen und geschrieben. Das kann eine fatale Wirkung auf die gesellschaftliche Entwicklung haben: Gedanken an eine grundlegende Transformation unserer Konsum- und Verschwendungswirtschaft könnten zur Seite gewischt werden, weil ja schon bald die Kernfusion alles wieder möglich machen wird… 

 „Unsere“ Energieprobleme müssen aber jetzt bewältigt werden, nicht in „einigen Jahrzehnten“. So lange wird es mindestens dauern, bis aus einem „Durchbruch“ in der Grundlagenforschung eine Alltags-Anwendung wird. Für die aktuelle Bewältigung „unserer Energieprobleme“ stehen bewährte Mittel zur Verfügung: Senkung des Bedarfs durch höchste technische Effizienz, Bereitschaft zu suffizienter Sparsamkeit und - für die Versorgung mit dem Notwendigen - die konsequente Nutzung erneuerbarer Systeme. 

Übrigens hat mir vor vielen Jahren Carl Amery einmal gesagt, dass seiner Meinung nach der Menschheit kaum etwas Schlimmeres passieren könnte, als eine leicht zu nutzende Energiequelle: Für diesen Fall erwartete der Vordenker der ökologischen Bewegung eine Intensivierung des Verdrängungs-Raubzugs von homo sapiens gegen alle anderen Bewohner des Planeten… 

Wir müssen mehr ändern als unsere Energieversorgung. Ein anderes Wohlstandsmodell, das Rücksicht auf das ganze Lebensgeflecht übt, ist verlangt. 

Autor/in:
Bernhard G. Suttner
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Wichtiger Hinweis:
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