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Lehrreiches aus der Provinz

Für deutsche Eishockey-Fans sind die „Tigers“ aus Straubing schon eine Nummer. Für viele Straubinger ist der Club fast so wichtig wie das berühmte Gäubodenfest. Für Politikerinnen und Politiker in der niederbayerischen Donaustadt ist es daher Pflicht, sich für den Eishockey-Verein einzusetzen. Der örtliche Bundestagsabgeordnete der Grünen ist ein glühender (oder sagt man besser: tiefgefrorener?) Eishockey-Fan. Deshalb hat er sich auch für die Renovierung der Straubinger Eisarena eingesetzt. So weit so verstehbar - aber jetzt kommt´s: 

Da man nun so ein erneuertes Stadion samt „energiesparender“ Eismaschine hat, wäre es doch gar nicht so schlecht, die übliche Sommerpause ausfallen zu lassen und auch im Hochsommer bei - sagen wir 35 Grad im Schatten - den öffentlichen Eislauf und die Nachwuchsarbeit der „Tigers“ zu pflegen. Energiesparen? Klimaschutz? Putin? Ach was! Wenn es um die „Tigers“ geht, muss man auch als Grüner gewisse Prioritäten setzen. 

Man könnte den Straubinger Sommereislauf als Beispiel für den fatalen „Rebound“- oder auch „Bumerang“-Effekt in ein Lehrbuch der ökologischen Ökonomie aufnehmen: Da man die Anlage auf Effizienz getrimmt hat, erlaubt man sich jetzt die Ausweitung des Vergnügens. So ging es auch bei den immensen Fortschritten in der Motortechnik der letzten Jahrzehnte: Spitzen-Ingenieure steigerten kontinuierlich die Effizienz… und machten dann die Autos schwerer, erhöhten die Leistung und heizten den berühmten Fahrspaß an! Alles richtig nachhaltig, energiesparend weil ja schließlich „energieeffizient“! 

Die eigentlich durch technischen Fortschritt mögliche Netto-Energieeinsparung wird durch solche Bumerang-Effekte nachweislich aufgefressen. „Alles immer und immer noch mehr“ ist eben das falsche Motto. In Straubing auf dem Eis und sonst auch überall. 

Autor/in:
Bernhard G. Suttner
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