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Globalisierung und Resilienz

Putins Krieg eröffnet uns plötzlich einen anderen Blick auf den Zustand unserer globalen Lage. Wem war wirklich bewusst, dass die Menschen in Teilen Afrikas ohne Weizenimporte aus der Ukraine und aus Russland nicht ernährt werden können? Jahrzehntelang wurden die damals so genannten „Entwicklungsländer“ dazu gedrängt, ihre Landwirtschaft auf die Produktion von Exportgütern umzustellen. Das bedeutete oft, dass die Selbstversorgung dieser Länder mit traditionellen Lebensmitteln reduziert oder ganz aufgegeben wurde. Bekannt ist wohl, dass sehr gute Böden und Wasserquellen in Kenia für den Blumenexport „umgenutzt“ wurden. Exporterlöse flossen – aber nicht in Richtung der verdrängten Kleinbauern, die vorher auf diesen Böden und mit diesem Wasser Nahrung erzeugten. 

Es wird Zeit, dass der Globalisierungsansatz überprüft wird und durch den Resilienzansatz wenn nicht ersetzt, so doch ergänzt wird. Das gilt auch für uns in Europa. Resilienz, also Krisenstabilität, wird wohl zum neuen Ziel der gesamten Politik werden müssen. Und nebenbei bemerkt: Wer weniger braucht, kann dieses Ziel leichter erreichen als alle jene, die auf gar nichts verzichten wollen. Immerhin hat jetzt erstmals ein Mitglied des Sachverständigenrates, die „Wirtschaftsweise“ Monika Schnitzer, vom Energiesparen geredet und ganz unverblümt dazu aufgerufen, „weniger und langsamer mit dem Auto zu fahren und die Heizung zurückdrehen.“ Auch Robert Habeck nimmt das verpönte Wort vom Sparen jetzt in den Mund. Dass Politik mehr liefern muss als Appelle – so weit sind wir leider noch nicht: Wann denn, wenn nicht jetzt, kommt das gesetzliche Tempolimit?  

Autor/in:
Bernhard G. Suttner
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