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Das letzte Argument

Müssen wir wirklich wieder über Atomkraft reden? Ja, wir müssen. Vor allem mit den Herren Söder, Merz, Lindner und Aiwanger sollte geredet werden. Wissen diese Herren wirklich nicht, dass die 400 weltweit laufenden Atomkraftwerke nur 2-3% zum aktuellen Gesamtenergiebedarf beitragen? In Deutschland sind es gerade mal 6-9%*. Lächerlich wenig - eigentlich eine Aufforderung, diesen Beitrag gezielt und entschlossen wegzusparen. Nur eine Minderheit von Ländern nutzt die riskante Atomkernspaltung; eine Minderheit, die das Habitat Erde mit dem technisch nicht beherrschbaren Strahlungsmüll belastet. Der kollektive Egoismus der Atomkraftnutzer ignoriert diese Tatsachen, weil der Abschied von Verschwendung, Hyperkonsum und ineffektiver Technik anstrengend wäre und der Verbleib auf alten Bahnen Profit bringt. 

Ich erinnere mich an viele leidenschaftliche Atom-Debatten in den 70er und 80er Jahren. Als „letztes“ Argument bemühten wir Atomkraftkritikerinnen und -kritiker einen Problemhinweis, bei dem einem selber nicht wohl war: „Was geschieht im Falle eines Krieges? Werden die gegnerischen Armeen einen Rest von Rationalität bewahren und auf den Beschuss kerntechnischer Anlagen verzichten? Wird nicht alleine durch das Vorhandensein von AKWs und Atommülllagern aus jedem Krieg ein Strahlungsdesaster, weil die nötige High-Tech-rund-um-die-Uhr-Sicherung der Anlagen im Chaos eines Krieges nicht mehr bewältigt werden kann?“ Wie gesagt: Es war einem nicht wohl bei dieser düster-spekulativen Argumentation. Ich hätte nicht gedacht, dass ich den angenommenen Fall noch erleben werde: Saporischschja, das größte Atomkraftwerk Europas, wurde im Laufe des russischen Angriffskrieges schon mehrfach beschossen. Bislang scheint das System noch stabil zu sein… 

*vgl. https://strom-report.de/strom/

Autor/in:
Bernhard G. Suttner
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