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Bin gespannt

Fast in allen Medien wurde das „Sofortprogramm“ des Klimaschutzministers Habeck ausschließlich unter dem Aspekt „massiver Ausbau der Windkraft“ kommuniziert. Der Text der Vorlage gibt aber mehr her. So heißt es auf S. 8 des Papiers: „Neben dem Abschied von der Nutzung fossiler Energieträger treiben wir die Senkung des Energieverbrauchs als zentrale Querschnittsaufgabe voran.“ Und wenig später noch einmal: „Für den Erfolg von Klimaschutz und Energiewende müssen wir zwei Dinge miteinander kombinieren: den massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien – und die Senkung unseres Energieverbrauchs.“ Übrigens: Die Hervorhebung in Fettdruck ist nicht von mir; das ist Originaltext des Ministeriums. Es kommt sogar noch konkreter: „Die Einhaltung ambitionierter Energieeffizienzziele bis 2030 macht schnelles und konsequentes Handeln notwendig. Deswegen werden wir parallel zu den laufenden Verhandlungen der Novelle der EU-Energieeffizienzrichtlinie bereits in diesem Jahr national eine geeignete gesetzliche Grundlage für die Energieeffizienzpolitik schaffen.“
 
Das wird für uns alle eine spannende und lohnende Aufgabe werden: Aufpassen, dass dieses Versprechen der Regierung nicht still und leise unter den Tisch segelt! Die einfachste, noch dazu kostenlose Möglichkeit zur Effizienzsteigerung wurde ja leider schon versäumt: Das allgemeine Tempolimit auf den Autobahnen wurde der Koalitionsgenese geopfert. 

Ich bin gespannt, ob Habeck liefert. Schon im Jahr 1995 (!) hat Ernst-Ulrich v. Weizsäcker in seinem Buch „Faktor 4“ nachgewiesen, dass überall gigantische Möglichkeiten zur Steigerung der Energie- und Rohstoffeffizienz schlummern. Bisher hat sich niemand dafür interessiert. Verschwendung ist in einer Wachstumswirtschaft nämlich kein zu vermeidendes Übel, sondern erwünschtes Alltagsgeschäft.  
 

Autor/in:
Bernhard G. Suttner
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