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600 Millionen weniger – 600 Millionen mehr

Während der beginnende Winter viele Menschen wieder dazu motiviert, Futter für die Vögel auszulegen, dringt eine niederschmetternde Langzeitstudie einer internationalen Wissenschaftlergruppe an die Öffentlichkeit: In Europa leben heute 600 Millionen Vögel weniger als vor 40 Jahren! Ein schlimmer Verarmungsprozess hat also in einer Zeit stetigen Fortschritts stattgefunden. Sollten uns Industrialisierung und Wirtschaftswachstum nicht reicher machen?  

Die Studie weist nach, dass es gar nicht so sehr um seltene Arten geht, die wir verloren haben, sondern vor allem um die ganz normalen, allgemein bekannten „Allerweltsvögel“ wie Spatz, Amsel, Star und Lerche. Im „Offenland“ (das ist in der Fachsprache alles, was nicht Wald ist) gibt es heute für viele Vögel kaum noch Chancen zu ungestörter Brut und ausreichender Nahrung. 

Aufgeben ist aber verboten. In der Folge des ÖDP-Artenschutzvolksbegehrens wurde vor kurzem ein „Streuobstpakt“ von mehreren Fachverbänden mit der Bayerischen Staatsregierung geschlossen: Mit 600 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren neue Streuobstwiesen angelegt und die noch vorhandenen gepflegt und sinnvoll bewirtschaftet werden. Diese 600 Millionen Euro werden auch der Vogelwelt nützen; die 600 Millionen verlorenen Exemplare werden sie uns leider nicht zurückbringen.