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ÖDP-Klimaschutz- und Energie-Experte Dr. Michael Stöhr (Scientists4Future):

„Das neue Klimaschutzgesetz der bayerischen Staatsregierung ist wie ein Fahrzeug, das nur Bremspedale hat“

ÖDP-Klimaschutzexperte Dr. Michael Stöhr (Foto: ÖDP)

Das „Restbudget an Treibhausgasen", das im Freistaat Bayern noch in die Atmosphäre gegeben werden darf, beträgt nach Ansicht des ÖDP-Klimaschutzexperten Dr. Michael Stöhr (Scientist4Future) weniger als 400 Mio. Tonnen CO2. „Ohne einschneidende Änderungen reicht es noch für 4-5 Jahre, wenn Bayern seinen Beitrag zum 1,5°-Ziel erreichen will. Mit dem neuen Klimaschutzgesetz der Staatsregierung ist das unmöglich. Dieses Gesetz ist wie ein Fahrzeug, das nur Bremspedale hat“, sagt Stöhr: „Die CSU-geführte Staatsregierung muss dringend und schnell ihre Blockadehaltung aufgeben und die Klimaschutzbremse lösen“. 

„Deutschland und Bayern müssten spätestens 2030 alle Treibhausgas-Emissionen auf 0 gesenkt haben. Sonst ist die Zielmarke von 1,5 Grad nur noch mit einer Wahrscheinlichkeit von weniger als 50% erreichbar“,  rechnet der Physiker vor. Die Folgen der Klimaüberhitzung spüren wir in Bayern schon jetzt: Dürre, Unwetter, Überschwemmungen. Deshalb müsste eigentlich im CSU-Plan stehen: 

(1) Wir Bayern stellen die Energieversorgung zu 100% auf Erneuerbare um, vor allem auf Windkraft und Solarenergie. 

(2) Wir Bayern vernichten weniger Lebensmittel, konsumieren weniger Fleischprodukte und entlassen Landwirte und Tiere aus der industriellen Massentierhaltung, dazu gehört der zukunftsträchtige Ausbau der Ökolandwirtschaft mit zufriedenheitsfördernden Effekten bei Mensch und Tier. 

Dr. Stöhr kennt die Zahlen: Windkraft und Photovoltaik-Anlagen können in Bayern fast die ganze Energie liefern. Zu diesem Ergebnis kommt auch die Studie „100 % erneuerbare Energien für Bayern“ des Bund Naturschutz von 2021. „Bayern sollte jetzt seine Bremsen lösen und zügig bei der Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen einen höheren Gang einlegen. Dazu gehört eine schnellere und intelligente Ausweisung von Windkraft-Flächen mit dezentraler Anbindung in allen Landesteilen Bayerns und eine vernünftige, schon von Ministerpräsident Stoiber versprochene Entbürokratisierung durch Abschaffung der 10-H-Bremse".

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