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Persönlicher Kommentar

Abgewählt?

Nicht nur er selbst, sondern die Politik für die er stehe sei „abgewählt“ worden, teilte Robert Habeck mit. Deshalb gehe er jetzt. So eine Entscheidung ist in einem freien Land zu respektieren. Mich stört aber die Begründung. 

Es gibt keinen Zweifel darüber, dass wir nach einem ebenso eindrucksvollen wie kurzzeitigen Ausschlag des Zeitgeist-Pendels ins Ökologische („Fridays for Future“) heute einen heftigen Rückschlag erleben. Da es sich aber bei den drängendsten Fragen unserer Zeit nicht nur um gesellschaftlich-politische Trends und Moden, sondern um naturwissenschaftliche Tatsachen handelt, lassen sie sich nicht einfach „abwählen“.  Robert Habeck liefert hier eine falsche Analyse: Die wählenden Menschen eines demokratischen Landes können sich weigern, solche Probleme zur Kenntnis zu nehmen; "abwählen" können sie weder die Erhitzung des Planeten, noch die traurigen Artenverluste und auch der weltweite Süßwasserstress „steht nicht zur Wahl“.  

Es ist die Aufgabe nicht nur aller mit diesen Problemen beschäftigten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sondern auch die Aufgabe aller politisch aktiven Bürgerinnen und Bürger, bessere Wege der Aufklärung und bessere Überzeugungs-Strategien zu entwickeln. Aufgeben gilt einfach nicht! 

In einer von BILD und anderen betriebenen Hetzkampagne, auch getragen von rechtsextremen Parteien und Personen, leider auch mitgemacht von maßgeblichen CDU/CSU-Kräften und von FW-Aiwanger, wurden sinnvolle und missglückte Projekte Robert Habecks pauschal angegriffen. Diese Hetze hatte Folgen bei der Bundestagswahl. Sie hat objektiv dem ganzen Land geschadet, nicht nur dem grünen Spitzenmann.  

Angesichts der objektiven, ökologischen Notlage bräuchten wir bei Rückschlag des Pendels dringend Leute mit „Jetzt-erst-recht“-Ansatz. Dass nach Annalena Baerbock und nach Ricarda Lang nun auch Robert Habeck „ins Offene“ geht, ist einfach ein schlechtes Beispiel. 

Autor/in:
Bernhard G. Suttner
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Wichtiger Hinweis:
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