Wir wissen: Schulen und Kindergärten müssen ermutigen und individuell fördern!

Bildung ist nur Bildung, wenn sie gut ist. Zeit ist ein wesentlicher Grundstein, auf dem Kinder und Jugendliche zu gebildeten Menschen heranwachsen können.
Bildung muss jedem zugänglich sein, zu jeder Zeit, unabhängig von sozialer Herkunft und finanziellen Möglichkeiten und bedarf überschaubarer Räume und beständiger Kontaktpersonen. Zeit ist ein wesentlicher Grundstein, auf dem Kinder und Jugendliche zu gebildeten Menschen heranwachsen können. Schule ist ein wesentliches Element für die Bildung von Kindern und Jugendlichen. Daher brauchen wir am Wohnort der Heranwachsenden Schulen mit überschaubaren kleinen Klassen. Eine zweite Kraft - v.a. in den Grundschulen - trägt neurologischen und entwicklungspsychologischen Erkenntnissen Rechnung und ermöglicht individuelle Förderung. Aufwändungen für die Bildung müssen sich am Bedarf und nicht an finanziellen Kriterien orientieren. Die ÖDP fordert eine Begrenzung der Klassengröße auf maximal 25 Kinder und eine zweite Kraft für jede Klasse. Schule, Studium und Ausbildung müssen gebührenfrei sein.

ÖDP-Forderungen zur Bildung

Kindheit unter Dauerstress? ÖDP – die kinderfreundliche Partei

Kinder wollen lernen. Sie wollen die Welt immer besser verstehen und wichtige Erfahrungen machen – mit sich selbst, mit ihren Mitmenschen, mit Pflanzen, Tieren und mit allen Elementen.

Familie, Kindergarten und Schulen sind gemeinsam dafür verantwortlich, dieses Ziel zu erreichen. Der Staat hat sie dabei nach Kräften zu unterstützen. Schulische Bildung darf nicht einseitig im Dienst der wirtschaftlichen Verwertung und unter dem Diktat der Beschleunigung stehen. Schule muss ein Ort der Ermutigung sein, an dem jedes Kind seine Möglichkeiten erkennen und ausweiten kann. Wir haben ein anspruchsvolles Ziel: Wie in vielen Ländern und in Reformschulen schon lange üblich, sollen auch in Bayerns Grundschulen zwei Erwachsene (Lehrkraft + Assistent/-in) eine Schulklasse betreuen – so ist die individuelle Förderung aller Kinder und die Inklusion von Kindern mit Behinderung möglich.

 

Individuelle Förderung!

Mehr individuelle Förderung für jedes Kind durch eine zweite pädagogische Kraft in jeder Grundschulklasse!

Der Streit um das beste Schulsystem wird nie enden. Eines gilt jedoch für alle Schularten und Systeme: Jedes Kind muss ein Anrecht auf bestmögliche Förderung bekommen.
In den Ländern mit guten Schulerfolgen stehen den Lehrern und Schülern mehrere zusätzliche Helfer (Studierende, Förderlehrer, nebenamtliche Helfer, freiwillige Aktiv-Senioren etc.) an der Seite, um leistungsfähigen Schülern zusätzliche Anregungen zu vermitteln oder hilfsbedürftigen Schülern den Stoff nahezubringen.
Unabhängig vom Schulsystem wäre das auch in unseren bayerischen Schulen sinnvoll. Deshalb treten wir für eine zweite pädagogische Kraft in jeder Grundschulklasse ein, als Einstieg in eine verbesserte individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler.

 

Aufstiegschancen in allen Schulzweigen!

Bildungskarrieren müssen von allen Ausgangspunkten möglich werden!

Das gegliederte Schulsystem ist nur dann akzeptabel, wenn die größtmögliche
Durchlässigkeit garantiert wird. Von jedem Startpunkt – auch von der Haupt-/Mittelschule aus – muss für begabte Kinder zu einem späteren Zeitpunkt noch jede Bildungskarriere möglich sein.

 

Kleine Klassen!

Keine Klassen mit über 25 Kindern/Jugendlichen! Den Lehrerbedarf realistisch planen!

Unterschiedliche Vorbildung in den Elternhäusern, immer häufiger auftretende Lernstörungen und soziale Probleme machen andere Unterrichtsmethoden notwendig und verlangen intensivere erzieherische Bemühungen. Das geht nur in kleineren Klassen. Wir fordern Klassenstärken von 20 Kindern bzw. Jugendlichen. Bei mehr als 25 Schülerinnen/Schülern ist die Klasse zwingend zu teilen.
Der Lehrkräftebedarf ist langfristig und so zu planen, dass es in keinem Fall zu Lehrermangel kommen kann.

 

Kleinere Schulen – Schülerzahl begrenzen!



In der Anonymität übergroßer Schulen liegt der Keim für wachsende soziale Probleme. Daran leiden alle am Schulleben beteiligten Schüler, Lehrer und Eltern.
Neben der Begrenzung der Klassenstärken fordern wir deshalb eine Begrenzung der Höchstzahl an Schülern einer Schule. Eine allgemeinbildende Schule, unabhängig von der Schulart, sollte nicht mehr als 1.000 Schüler umfassen. Erfolgreiche Erziehung und Bildung bedingen persönliche Beziehungen in überschaubaren Einheiten.

 

Kurze Beine – kurze Wege!

Schulen am Lebensort der Kinder!

Der Tendenz zu immer weiteren und aufwendigeren Schulwegen immer jüngerer Schüler muss entgegengewirkt werden. Schulen im ländlichen Bereich sind zu erhalten und gegebenenfalls wieder zu öffnen. Dabei können auch jahrgangsgemischte Klassen eine sinnvolle Option sein. Die „Schule im Dorf“ ist die Basis dafür, dass Kinder einen Bezug zu Leben, Religion und Kultur des Heimatraumes entwickeln. Zur freien Schulwahl gehört auch, dass allen Schülern Fahrkostenzuschüsse zu gewähren sind, und zwar zumindest in Höhe der Aufwendungen, die entstehen würden, wenn das Kind die nächstgelegene Schule besuchen würde.

 

Freie Schulwahl!



Allen Eltern soll eine freie Schulwahl mit dem für ihre Kinder passendsten pädagogischen Konzept ermöglicht werden. Daher sollen neben den öffentlichen Schulen auch die staatlich anerkannten und genehmigten Ersatzschulen die gleiche finanzielle Ausstattung pro Schüler erhalten.

 

Wir treten für eine längere gemeinsame Schulzeit ein.



Wir halten die frühe Übertrittsentscheidung nach der vierten Klasse und den dadurch entstehenden übermäßigen Leistungsdruck für falsch. Die angeborene Lust am Lernen wird dadurch oft genug in ihr Gegenteil verkehrt. Die ÖDP fordert daher eine gemeinsame Schulzeit bis zur einschließlich 6. Jahrgangsstufe.
Wir streben eine Erziehungspartnerschaft zwischen Schule und Eltern an, die die Eltern als kompetente Partner anerkennt. Ihre Erziehungskompetenz soll durch Bildungsangebote an Schulen und Kindergärten gefördert werden.

 

Vorbereitung auf das Leben – Schule für alle Sinne!



In allen Schularten finden die musischen und lebenskundlichen Fächer zu wenig Raum. Diese fördern aber nicht nur die Lebensfreude der Kinder, sondern nachweislich auch die intellektuelle Leistungsfähigkeit. Auch die Gesundheitsvorsorge und die Kenntnis gesunder Ernährung muss in allen Schulen ein größeres Gewicht erlangen, ebenso ist ein Unterrichtspflichtfach zur Vermittlung hauswirtschaftlicher Kenntnisse und Alltagskompetenzen einzurichten.

 

Integration an der Schule fördern!

Integration fördern, heißt Sprachbarrieren abbauen: frühe Bildungschancen für zweisprachige Kinder!

Kinder, die in Bayern mit Deutsch als Fremdsprache aufwachsen, müssen früh sprachlich gefördert werden. In Mutter-Kind-Gruppen und vor allem in den Kindergärten sind solche Kinder durch geschultes Fachpersonal gezielt zu fördern, damit sie beide Sprachen bestmöglich beherrschen.
Unterstützend sind kostenlose Deutschkurse für die Eltern („Mama lernt Deutsch!“) anzubieten.

 

Sozialpädagogen an jeder Schule!

An jeder Schule soll ein(e) Sozialpädagoge/-pädagogin arbeiten!

Für jede Schule muss Schulsozialarbeit zur Norm werden. Sie muss als Teil des Schulangebotes vom Staat verantwortet werden und darf nicht den Kommunen angelastet werden.
Die Vielzahl der neuen Erziehungsprobleme, aber auch die ganz normalen Probleme während der Pubertät belasten den täglichen Schulalltag und behindern oft den Lernfortschritt. Deshalb muss an allen Schulen eine Sozialpädagogenstelle eingerichtet werden.

 

Kostenfreie Bildung für alle!

Gebührenpflicht für Bildung an Schule und Hochschule muss tabu sein – Gebühren für Bildung sind familien- und gesellschaftsfeindlich!

Von einer gut ausgebildeten Jugend haben alle großen Nutzen. Deshalb war es jahrzehntelang selbstverständlich, dass die Ausbildung der Jugend an öffentlichen Schulen und Hochschulen über Steuerzahlungen finanziert wurde. Unser wirksamer Widerstand mit Verfassungsklage und Aufdeckung von Fehlverwendung hat die Staatsregierung zum Rückzug beim Büchergeld an Schulen gezwungen. In einem großen gesellschaftlichen Bündnis haben wir erfolgreich gegen die familien- und gesellschaftsfeindlichen Studiengebühren gekämpft. Wir stehen für die kostenfreie Bildung an Schulen und Universitäten!
Auch die Kosten an den Meisterschulen des Handwerks und für die Altenpflegeausbildung sind von der Allgemeinheit zu tragen.

 

"Mobile Reserven" für Kindergärten!

Auch für Kindergärten sind in allen Regionen „mobile Reserven“ von pädagogischem Fachpersonal einzurichten.

„Mobile Reserven“ sollen im Schulbereich verhindern, dass bei Krankheit und Fortbildung Unterricht ausfällt. In den Kindergärten ist ebenfalls ein solches System einzurichten. Diese Reserve soll den Jugendämtern zugeordnet werden, damit die Reservekräfte gegebenenfalls auch in der Familien- und Jugendhilfe mitarbeiten können.

 

Mehr Qualität bei der Kinderbetreuung!

Qualitätsorientierte Kinderbildung und -betreuung!

Die staatliche Bezuschussung der Kindertagesstätten muss starke Anreize für die Verbesserung des Betreuungsschlüssels schaffen. Die Bindungsforschung fordert bei Kindern unter drei Jahren ein Betreuungsverhältnis von 1:3 (eine Fachkraft auf drei Kinder). Außerdem muss eine verlässliche und stabile Betreuungssituation Ziel der Fördersystematik sein. Jedes Kind muss wissen, welche Person in der „Kita“ sich in besonderer Weise seiner annimmt.