Situation der Großbäume im Stadtgebiet Augsburg

Eine Gruppe der ÖDP Augsburg hat sich kürzlich einen Eindruck von der Situation der Großbäume im Innenstadtbereich von Augsburg verschafft. Unter fachkundiger Führung des Dendrologen Bernd Koroknay ging es per Fahrrad quer durch die Innenstadt: beginnend an der Roten Tor Schule bis zum Luginsland machte die Gruppe nach und nach Station an einigen der grünen Denkmäler. Eines wurde dabei sehr deutlich: viele der z.T. sehr großen, alten Bäume sind in Gefahr: die Pflege der Bäume wird derzeit von der Stadt Augsburg aus finanziellen Gründen stark vernachlässigt. Dabei geht es nicht so sehr um die unterlassene Beseitigung von Totholz, sondern vor allem um die Überwucherung der Bäume durch Efeu.

Der Efeu wurzelt vielmehr im Erdreich im Umfeld des Baumstammes. Dort tritt er dann aber auch in Konkurrenz zum Baum selbst, der ja ebenfalls Nährstoffe aus diesem Grund aufnehmen will. Nachdem der Efeu pro Jahr etwa einen Meter in die Höhe wächst, dauert es nicht lange, bis der Efeu im Kronenbereich des Baums angelangt ist. Hier breitet er sich dann rasch über die Äste und Zweige aus. Mit seinen Blättern verschattet er den Baum und dessen Laub, was den Stoffwechsel des Baumes stark beeinträchtigt. Wenn der Baum in seiner Rinde Torsionsrisse aufweist, dringen die Füßchen des Efeus dann auch direkt in die Saft führende Schicht des Baumes ein und saugen diesen ab.

Durch den buschigen Wuchs des Efeus im Kronenbereich des Baumes vergrößert sich auch die Angriffsfläche für Wind und Regen, so dass der Baum hier wesentlich stärker mechanisch beansprucht wird. Im Ergebnis schaut der Baum dann eher wie ein Tragegestell für den Efeu aus. Wie es dem Baum darunter ergeht, kann man von außen dann kaum mehr abschätzen. So ein Baum wird über kurz oder lang absterben und muss wegen Umsturzgefahr gefällt werden. Typische Beispiele sind hier der Baum neben der Turnhalle der Roten Tor Schule oder eine ganze Reihe von Bäumen in der Roten Tor Wall Anlage.

In allen Fällen besteht dringender Handlungsbedarf: zum einen weil der Efeu die Bäume bereits stark überwuchert hat und deshalb das Leben der Bäume gefährdet ist. Zum anderen weil die Bäume z.T. schon so stark geschädigt sind, dass sie jederzeit umstürzen können (z.B. am Schwall und am Mauerberg), wodurch die Verkehrssicherheit an den betreffenden Standorten nicht mehr sichergestellt ist. Für alle gezeigten Bäume gilt jedoch, dass versäumt wurde, rechtzeitig den Efeu zu entfernen. Wenn der Efeu einmal in die Krone der Bäume vorgedrungen ist, nützt es meist auch nichts mehr, die armdicken Triebe am Fußende des Stammes abzutrennen. Der Efeu hat sich dann nämlich längst in die Risse der Rinde eingehängt und versorgt sich bereits aus dem Saftkreislauf des Wirtes.

Christian Pettinger

Stadtrat der ÖDP Augsburg


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