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ödp-Kreisverband präsentiert Positionspapier zu Olympia 2018: "Heimat bewahren" und "Bürger beteiligen"

Lkrs. GAP. - "Wir möchten, dass unsere Heimat ihr ländliches Gesicht bewahrt. Oberflächliche Schickimicki-Kultur und versnobte Pisten-Partymeilen entsprechen nicht unserem Selbstverständnis." In klaren Worten wirbt Rolf Beuting, Gemeinderat und Vorsitzender des ödp-Kreisverbands, für eine zukunftsträchtige und nachhaltige Weiterentwicklung des Landkreises Garmisch-Partenkirchen. In einem Positionspapier stellt die ödp "Fragen und Überlegungen zur Olympia-Bewerbung 2018 von Garmisch-Partenkirchen und Oberammergau". Zentrale Fragestellung ist, "ob ein globaler Mega-Event in der Größenordnung der Olympischen Spiele im Landkreis Garmisch-Partenkirchen in wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Hinsicht überhaupt nachhaltig durchführbar ist."

Die Gemeinderäte von Garmisch-Partenkirchen und Oberammergau ruft Beuting dazu auf, "diese Fragen dringend vor einer endgültigen Abgabe der Bewerbungsunterlagen zu prüfen und zu klären". Das Beispiel früherer Olympischer Winterspiele - etwa 1998 im japanischen Nagano oder 2006 im italienischen Turin - zeige, dass sich die Austragungsorte teilweise finanziell übernommen haben; Sportstätten und Hotels mussten aufgrund hoher Folgekosten und überdimensionierter Kapazitäten mancherorts wieder abgerissen werden bzw. haben sich als unfinanzierbar dargestellt.

 

Die ödp unterstütze die Initiative der Interessengemeinschaft verschiedener Verbände (u. a. Weidegenossenschaften und Volkstrachtenvereine) im Landkreis. Weiterhin fragt sie noch grundsätzlicher, "bestehende Wettkampfstätten in Ruhpolding vor dem Hintergrund notwendig werdender immenser landschaftlicher Eingriffe auf Oberammergauer Flur neu zu bewerten". Angesichts der hohen Verschuldungen der vorgesehenen Austragungsorte fragt die ödp aber auch: "Wie kann eine Finanzierung der olympischen Infrastruktur sichergestellt werden, ohne dass letztlich die Bürger von Garmisch-Partenkirchen und Oberammergau für die Kosten aufzukommen haben?" Nach den Worten von Rolf Beuting sei die "Finanzierung der Ski-WM 2011 ein eklatantes Beispiel sozialer Nicht-Nachhaltigkeit. Insbesondere der Verkauf der gemeindlichen Immobilien - z. B. der Sozialwohnungen in Burgrain - zeigt, dass nicht genügend Potential zur Finanzierung dieser Mega-Events zur Verfügung steht. Eine Sportpolitik, die auf Kosten benachteiligter Bevölkerungsgruppen geht, trägt die ödp aber nicht mit."

 

Die Bürger im Landkreis hätten allen Grund, sich genauer zu informieren. Eine Meinung könne sich nur aus dem verantwortungsvollen Abwägen der Chancen und Risiken bilden. "Aus unserer Sicht fehlen den Bürgern jedoch viele Informationen", so Beuting. Aufgrund der großen Dimension schlägt die ödp vor, dass die Bewerbungsfrage von der Bevölkerung in Form von Bürgerentscheiden in Garmisch-Partenkirchen und Oberammergau entschieden wird. Sollte die Bevölkerung in den anderen Landkreis-Orten aufgrund zu erwartender Verkehrsbelastungen (u. a. Parkplätze, Straßenausbau), einzurichtender ökologischer Ausgleichsflächen und/oder finanzieller Belastungen (z. B. via Kreisumlage?) ebenfalls in größerem Maße betroffen sein, sei alternativ ein Landkreis-Bürgerentscheid zu prüfen.

 

Zum ödp-Positionspapier (pdf-Format, ca. 190 kB): www.oedp-gap.de/downloads/Olympia_Positionspapier.pdf


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