Preis, Markt und Verhalten.

Erstaunt äußerte kürzlich ein Bekannter, dass eine wissenschaftliche Studie ergeben habe, der Benzinpreis sei bei uns viel zu hoch: „Wozu braucht es da eine teure Studie  - das sagt uns doch der gesunde Menschenverstand, dass wir fürs Benzin zu viel zahlen müssen!“ Dass wir heute für den Kraftstoff viel zahlen, deutlich mehr als noch vor wenigen Jahren, ist wirklich leicht zu erkennen. Ob wir aber „zu“ viel zahlen? So lange auf der Autobahn nicht nur die üblichen Kompaktautos sondern auch immer mehr schwere Gelände- und Sportwagen weit jenseits der „Richtgeschwindigkeit“ von 130 km/h unterwegs sind, so lange viele Kurzstrecken mit dem PKW statt mit ÖPNV/ Fahrrad oder zu Fuß bewältigt werden, so lange ein spritsparendes Auto als uncool gilt und eine PKW-Fahrt im Drehzahloptimum als „Rentner-Stil“ verachtet wird - so lange ist der Kraftstoffpreis eindeutig zu niedrig! Zu hohe Preise führen in der Marktwirtschaft nämlich normalerweise zu Konsumentenreaktionen nach Art von Reduzierung, Verhaltenskorrektur und Ausweichen auf Alternativen. Diese Reaktionen sind im Straßenverkehr eindeutig noch nicht ausreichend spürbar. Der aktuelle Preis hat zu wenig Wirkung am Markt und auf den Fahrstil der Mehrheit. Offensichtlich ist er (noch) nicht zu hoch.


Die ÖDP Bayern verwendet Cookies, um diese Website Ihren Bedürfnissen anzupassen. Zu den Cookie-Nutzungsbestimmungen