28.12.2002

Mobilfunk-Grenzwerte senken: ödp unterstützt

Erwin Hubers "verbale Entgleisung" kritisiert

Der Landesvorstand der ödp in Bayern hat auf seiner Dezembersitzung einstimmig beschlossen, den "Freiburger Appell" der "Interdisziplinären Gesellschaft für Umweltmedizin e.V." zu unterstützen. Der Appell, der von zahlreichen Wissenschaftlern und Medizinern unterstützt wird, fordert eine massive Umorientierung der Politik im Mobilfunkbereich.

 

"Die Warnung der Deutschen Bundesärztekammer vor Mobilfunkstrahlung, zahlreiche wissenschaftliche Studien über die Gesundheitsgefährdung durch die Strahlung von Mobilfunk-Sendestationen müssen zu einer Neuorientierung der Mobilfunk-Politik führen", zeigte sich ödp-Landesvorstandsmitglied Olaf Heinrich überzeugt. "Es geht keinesfalls darum die Zeit zurückdrehen oder gar darum, die Handys abschaffen zu wollen. Es muss aber endlich erreicht werden, das alle technischen Möglichkeiten zum Schutz der Bevölkerung vor Mobilfunkstrahlung auch wirklich umgesetzt werden".

 

Die ödp fordert eine drastische Senkung der Mobilfunk-Grenzwerte nach dem Vorbild der Schweiz und eine Änderung der Bayerischen Bauordnung. In dieser ist momentan festgeschrieben, dass Sendemasten unter zehn Meter Höhe genehmigungsfrei sind. "Die Gemeinden müssen in Zukunft die Möglichkeit bekommen, Sendemasten insbesondere in Wohngebieten abzulehnen. Deshalb ist eine generelle Genehmigungspflicht für Sendemasten anzustreben und in der Bayerischen Bauordnung festzuschreiben!", so ödp-Vorstandsmitglied Olaf Heinrich.

 

Als einen "Affront unglaublichen Ausmaßes" und als "selten dagewesene verbale Entgleisung" bezeichnete Heinrich die Aussage von Staatskanzleichef Erwin Huber, der auf der Systems-Messe in München angekündigt habe, die Staatsregierung werde "alles tun, was uns Gott erlaubt, und auch manches was er nicht erlaubt, um diese Technik voranzubringen!" Diese Aussage mache deutlich, dass die CSU-Staatsregierung offensichtlich alleine auf die Wünsche der Wirtschaft fixiert und bereit sei, die Gesundheit der Bevölkerung dafür zu gefährden. "Für einen Minister der in seinem Amtseid geschworen hat sich zum Wohle der Bevölkerung einzusetzen, ist diese Aussage ein Offenbarungseid", so der ödp-Sprecher.

 

 

Rückfragen beantwortet Ihnen gerne die Landesgeschäftsstelle unter

Presseservice@oedp-bayern.de

oder Tel. (0851) 93 11 31, Fax 93 11 92.

 


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