24.11.2003

Brief an Gerhard Schröder wg. Klon-Forschung - Schreiben Sie ihm!

ödp Straubing-Bogen appelliert an Kirchen und Parteien: Embryonenschutz braucht Verfassungsrang - Brief an Gerhard Schröder und EU-Kommission

Die Entscheidung des EU-Parlaments für eine weitreichende Förderung der verbrauchenden Embryonenforschung muss nach Ansicht des ödp-Kreisvorsitzenden von Straubing-Bogen als "letztes Alarmzeichen" gewertet werden und sollte eine parteienübergreifende Bewegung für die Achtung der Menschenwürde in der Forschung auslösen: "Ich appelliere an alle kirchlichen und politischen Gruppen, die Forderung nach expliziter Aufnahme des Embryonenschutzes in alle Verfassungen endlich auf die politische Tagesordnung zu setzen." Dazu gibt es nach Ansicht des ödp-Vorsitzenden neben der unseligen Entscheidung des EU-Parlaments auch einen sehr ernsten weiteren Anlass: "Von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet wurde nämlich erst kürzlich der maßgebende Grundgesetzkommentar (Maunz-Dürig) zu Artikel 1 Grundgesetz geändert; ausdrücklich wird in diesem wichtigen rechtsphilosophischen Text die Menschenwürde angesichts des Konflikts zwischen Embryonenschutz und Forschungsinteressen relativiert und abgewertet. Dieser schreckliche Kommentar erfordert jetzt eine Klarstellung im Verfassungstext!" Als einfaches Gesetz wird der Embryonenschutz nicht überleben und über kurz oder lang ganz in der Mühle der ökonomisch angeleiteten Forschungslobby zerbröseln.

 

Der ödp-Kreisvorsitzende stellt fest, dass die Intentionen des Volksbegehrens zur Aufnahme bioethischer Grundsätze in die Bayerische Verfassung "ebenso richtig wie wichtig" waren: "Wir haben frühzeitig vor einem schleichenden Prozess der Zerstörung des Embryonenschutzes gewarnt und wurden von vielen nicht ernst genommen. Unser Anliegen wurde als überflüssig bewertet, weil ja der Wortlaut des Grundgesetzes und der gesellschaftliche Konsens die bioethischen Grundfesten schütze. Heute muss festgestellt werden, dass der von uns befürchtete schleichende Erosionsprozess zu einem galoppierenden Phänomen geworden ist. Insbesondere der neue Grundgesetzkommentar muss alle in Besorgnis versetzen, die sich unter Verweis auf die Formulierung des Artikels 1 GG beim Volksbegehren vornehm zurückgehalten haben bzw. vor der Einschreibung sogar gewarnt haben."

 

Dringend nötig ist nach Suttners Ansicht eine "Brief-Welle" Richtung Kanzleramt Berlin: "Der EU-Ministerrat entscheidet am 3. Dezember endgültig über die Förderung der verbrauchenden Embryonenforschung, also der Verwertung von Menschen im Frühstadium. Deutschland muss hier sein Veto einlegen. Die Bundesregierung darf nicht einer europäischen Förderung von Verfahren zustimmen, die in Deutschland nach wie vor und erfreulicherweise verboten sind!" Einen Musterbrief an Bundeskanzler Schröder hat der ödp-Kreisverband entworfen. Der Text kann angefordert werden bei ödp-Kreisverband, Dorfplatz 9, 94336 Windberg Tel.09422-2651

 

Musterbrief an:

 

Herrn Bundeskanzler

Gerhard Schröder, Bundeskanzleramt, Willy-Brandt-Str. 1, 10557 Berlin

 

 

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,

 

am 3.Dezember entscheidet der EU-Ministerrat über die Förderung der verbrauchenden Embryonenforschung. Ich appelliere an Sie und die gesamte Bundesregierung, sich streng an das deutsche Embryonenschutzgesetz zu halten und einer europäischen Förderung unethischer Forschung die Zustimmung zu verweigern. Das Verbot, den Menschen zum bloßen Mittel für bestimmte Zwecke herabzuwürdigen, ist seit Immanuel Kant ein Grundbestand der europäischen Aufklärung und gehört zum Kernbereich unseres auf der unantastbaren Würde des Menschen aufbauenden Wertesystems. Nur eine extreme Minderheit der Wissenschaftler tritt für die Verwertung des Menschen im frühen Entwicklungsstadium ein. Die allermeisten Forscher sehen die größeren Chancen für medizinische Fortschritte in der ethisch unbedenklichen Forschung mit adulten Stammzellen. Ein Ja zu den Förderplänen der EU wäre ein klarer Verstoß gegen Artikel 1 Grundgesetz und würde das deutsche Embryonenschutzgesetz auf kaltem Weg erledigen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr/e

 


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