16.09.2011
Tausende Schüler
haben die erste Woche des neuen Schuljahres hinter sich gebracht. So vieles wurde über unser Bildungssystem schon gesagt, das eher den natürlichen Wissensdurst von jungen Menschen tötet als ihn fördert, dass heute hier nur ein Zitat eines dem Autor dieser Zeilen unbekannten Pädagogen erscheinen soll: "Wenn ich nur darf, wenn ich soll, aber nie kann, wenn ich will, dann mag ich auch nicht, wenn ich muss. Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann kann ich auch, wenn ich soll - und dann mag ich auch, wenn ich muss. Dann die können sollen, müssen wollen dürfen."


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Auch ich habe in den 80ern das Schulsystem durchlaufen und empfinde es, verglichen mit den Erfahrungen bei meinen Kindern, als entspannter, offener und menschlicher als heute. Das G8 macht den Kindern und Jugendlichen schon gewaltig Streß und der Streßabbau über Bolzen, Fahrradfahren etc. ist mit dem Lernpensum auch nicht mehr so leicht. Selbst Vereine habe hier schon die Auswirkungen zu spüren bekommen. Ob das, was dann mit dem Abschlußzeugnis entlassen wird, wirklich das ist, was in der Wirtschaft (und das wird die Mehrheit der zukünftigen Arbeitsplätze sein) gebraucht wird, möchte ich in Frage stellen. Ich denke, daß wir mit dem jetzigen System in Bayern die Burn-out-Erkrankungen fördern, was uns auch wieder nicht gut tut. Vielleicht ist es nur ein Gefühl, aber wenn ich mich an meine Schulzeit zurückerinnere, gab es wesentlich mehr gute Lehrkräfte, als heute. Woran es liegt sind von mir nur Vermutungen. Ein wichtiger Punkt ist, nach meiner Ansicht, die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte und ein fehlendes Qualitätsmanagement, das Schulungsbedarfe aufzeigt und auch Prämienzahlungen wäre ein gutes Mittel, die Qualität des Unterrichts zu steigern. Dass es anders geht, zeigen neben den skandinavischen Ländern auch andere Bundesländer. Der Eindruck, der Erzeugt werden soll, dass dieses hervorragende System der Bayern, den anderen Ländern überlegen ist täuscht, sonst hätten wir in Bayern keine Berufs- oder Studienabsolventen, die ohne Arbeitsplatz dastehen.
Ich denke, es gibt einen ganzen Berg an Verbesserungen, die man einführen könnte, nur sollte auch mal damit angefangen werden, dies zu tun und nicht an Erkenntnissen der Gehirnforschung und Pädagogik vorbei, seine alten Ansätze weiter als Allheilmittel anpreisen.
Nur wer sich weiterentwickelt überlebt. Das ist die Evulotion und die macht auch beim Menschen nicht halt.
Na klar: Sich selbst als Beispiel darzustellen, ist doch schon mehr als realitätsfern! Natürlich gibt es immer ein paar Ausnahmen. Selbst später bei der Vergabe der Führungsjobs spielen Beziehungen eine grosse Rolle und das "wohlgemerkt" bei gleichem Hochschulabschluss Nach wie vor behaupte ich einmal, dass die Bildung der Kinder in Deutschland vom Geldbeutel der Eltern abhängt.
Naja, man kann alles verbessern. Aber so schlecht ist unser Bildungssystem auch nicht. Ich habe das böse dreigliedrige, früh sortierende, nicht auf die individuellen Fähigkeiten und Talente der Schülerinnen und Schüler Rücksicht nehmende System in den 80er Jahren durchlaufen - wohlgemerkt als Mitglied einer benachteiligten Schicht, wenn man es genau nimmt sogar mit Migrationshintergrund. Ich habe es - wie viele andere meiner Mitschüler mit ähnlichen Voraussetzungen - erfolgreich geschafft. Und ich fand die Schulzeit noch nicht einmal schlimm, ehrlich gesagt hat sie mir sogar ganz gut gefallen. Aber damals wusste ich vielleicht auch nur nicht, dass ich nur durfte, wenn ich sollte, aber nie konnte, wenn ich wollte. Wenn ich musste, hat es aber dennoch geklappt.