15.04.2011
Selektion
ist ein furchtbares Wort. In der Debatte um die Präimplantationsdiagnostik (PID) wird von den Befürwortern der Embryonen-Auswahl vorgebracht, dass die Selektion ohnehin seit langem stattfindet, nur eben sehr viel später in der Entwicklung eines ungeborenen Kindes: Immer intensiver wird während der Schwangerschaft nach möglichen Behinderungen gesucht. Entsprechende Diagnosen führen dann leider sehr oft zur (Spät-)Abtreibung. Mich erschreckt dieses Argument: Eine traurige Praxis wird zur Rechtfertigung weiterer Tabubrüche herangezogen. Wenn wir die unerfreuliche Praxis als Vorgabe bei der Ermittlung ethischer Problemlösungen akzeptieren, werden die Maßstäbe immer mehr verstümmelt. Gesetzgebung soll eine ungute Praxis verändern, nicht einfach abbilden und akzeptieren.


Vorhandene Kommentare
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Ich denke, dass jede Familie gesunde Kinder haben will. Wenn man diesem Wunsch entsprechen kann, sollte man das auch machen. Ich kenne eine Familie, die wegen einer Erbkrankheit keine Kinder hat.
Haben die Eltern dann ein Recht auf Entschädigung, wenn sie trotz PID ein erbkrankes Kind bekommen?
Die Frage stellt sich doch eher, wer es in Anspruch nimmt und wer nicht? Für mich gibt es nur dann ein klares Nein, wenn man anderen damit schadet oder es eine Pflicht, ein Zwang wäre. Schadet ein Ehepaar der Gesellschaft oder einem Dritten, wenn es sich für die PID entscheidet? Ich denke nicht. Ob es ethisch korrekt ist? Das muss jeder für sich selbst beantworten. Genauso, wie jeder seinen Glauben leben kann, solange er keinem Dritten diesen aufzwingt.
Dass eine Familie ein gesundes Kind haben will verstehe ich. Dass es Familien gibt, die wegen Erbkrankheiten keine Kinder haben wollen auch. Warum sollte man diesen Familien nicht helfen? Ich sehe keinen Grund.