15.07.2011
Griechenland: Nur die Spitze eines Eisberges
Kaum noch ein EU-Land ist in der Lage, die Maastricht-Kriterien einzuhalten, die USA (schon als „die Griechen der Chinesen“ bezeichnet) und Japan stehen keinen Deut besser da.
Ein blinder Wachstumsglaube etablierter Politik verknüpft mit kurzsichtiger Denkweise haben uns dieses Schlamassel eingebrockt – ein krasser Gegensatz zu Aussagen im Grundsatzprogramm der ÖDP: „Die ÖDP verpflichtet sich zu Weitsicht und Nachhaltigkeit. Alle politischen Konzepte müssen sowohl weltweit als auch langfristig verträglich sein. Heutige Politik genügt diesen Anforderungen nicht: Sie betont immer noch einseitig nationale Interessen oder erfüllt die Forderungen der heute lebenden Menschen auf Kosten der Lebenschancen nachfolgender Generationen.“
So ist es nun leider kein Wunder, wenn Flächenbrandängste hochkochen - und höchste Zeit, das Übel an der Wurzel zu packen: Transparente Finanzmärkte und Produkte sind gefragt, eine Finanzumsatzsteuer, um unsere Finanzen und auch die Märkte zu stabilisieren, ferner ein geregeltes Staaten-Insolvenzverfahren, um überschuldete Staaten zu entschulden. Flankierend dazu Maßnahmen gegen Abwärtsspiralen durch Sozial- und Steuerdumping. Kernschmelzen gibt es jedenfalls nicht nur in Reaktoren; am Finanzmarkt drohen ähnliche Gefahren.


Vorhandene Kommentare
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Trotz Club of Rome Grenzen des Wachstums und totalitärer Geschichte Deutschlands mit Demokratiekollaps in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts haben die "linke" (Grüne) und "rechte" Ökologiepartei (ÖDP) bis heute noch keinen brauchbaren Ansatz für einen sinnvollen Neuaufbau eines nationalen (europäischen) Finanzsystems. Um nach einem mit mathematischer Präzision bevorstehendem Geldkollaps eine dauerhafte Währung einzuführen die auch nur im Ansatz den ökologischen Anspruch an eine natürliche Wirtschaftsordnung eines Silvio Gesell (1916) aufnimmt bedarf es jetzt schon der breiten öffentlichen Diskussion für einen finazntechnischen Neustart national und weltweit .
Nach Gründung der GAL in den 70er hatte man die kleine Gruppe der Freiwirtschaftler (Herr Otto und andere in BW) von links und rechts ausgebremst und die Dramatik einer wiedernatürlichen Geldordnung (exponentielles Zinseszins Wachstums ist nun mal das komplette Gegenteil zu Nachhaltigkeit) in der damals bunten Friedens- und Umweltbewegung zu Zeiten des kalten Krieges nicht erkannt.
Aus der Geschichte auch garnichts gelernt stehen wir in Deutschland finanztechnisch mit der CSU/CDU genau da wo Brünning 1929 mit Sparaufrufen das Ende der Demokratie einläutete. (Deflation hatte armes Wahlvolk das Hungern gelernt)
Also das mit Trettins (Grüne/SPD) Gelddruckaufruf um die Schulden wegzuinflationieren als Alternative zum Sparkurs der Konservativen (CDU/FDP) verhält sich für einen Freiwirtschafler so wie das Angebot zwischen Pest und Cholera.
Also Ihr ökologischen Demokraten auf was wartet Ihr ?
Wollt Ihr ewig in der Ecke neben der CSU stehen die das Land über 60 Jahre auf Wachstumskurs zu halten versucht ?
Sowohl eine funktionierende Marktwirtschaft als auch ein Sozialstaat sind mit einem Schuldgeldsystem ( Uferlose Giralgeldschöpfung durch Banken, statt einer echten Währung mit Geldschöpfung eines Vollgeld durch eine staatliche Monetative) nicht umzusetzen. Die Geschichte der letzten 500 Jahre lehrt uns den Dreiklang Deflation, Krieg, Inlation im regelmäßigem Zyklus.
Wir leben in einer Plutokratie mit systembedingtem Wachstumszwang, also fast das genau Gegenteil von ökölogisch, sozialer Marktwirtschafts. Mit ein bischen Tobinsteuer und Wirtschaftsaufsicht läßt sich eine solches irres globales Buchgeldsystem nicht bändigen.
Moralisch versagen Kirchen (Mammon echten, statt eigene Banken unterhalten), Gewerkschaften ( Gerechtigkeit und Mitbestimmung für Arbeitnehmer) und politische Parteien ( Schaden vom Volk abwenden ) auf ganzer Front.
Eine "unbeflekte" jungfräuliche Partei die noch keinen Kanzlerkandidaten stellen muß sollte den Mut haben auch in Sachen Finanzpolitik gerade jetzt die Wahrheit aufzuzeigen.
Eine 5 % Hürde würde mich als Wähler nicht mehr abschrecken die kleine ÖDP zu wählen selbst wenn meine Stimme untergeht wenn eine ÖDP finanzpolitische Weitsich zeigt
wolfgang richard müller schrieb am 20.08.2011 22:25 answer
Wer die "Grünen" näher kennt, weiß, dass sie eine Politik, die die Ökologie in den Mittelpunkt stellt, von Ausnahmen abgesehen, nicht betreiben können und wollen, denn viele "Grüne" wisssen gar nicht, was Ökologie ist. Herbert Gruhl hat übrigens seinerzeit die "Grünen" rasch durchschaut und entsprechend gehandelt. Die "Grünen" betreiben wie die anderen etablierten Parteien auch, eine - nur grün lackierte - Wirtschaftswachstumspolitik. Die grünen Spitzenpolitiker befassen sich, Bärbel Höhn und einige wenige andere möchte ich da ausnehmen, überhaupt nicht ernsthaft mit ökologischer Politik. Schade ... Es ist an der Zeit, der Bevölkerung dies noch deutlicher als bislang zu erklären.
Leider ist auch die Masse der Bürger nicht ernsthaft an ökologischer Politik interessiert, ein bisschen grüne Kosmetik halt, das reicht doch ... Von der ÖDP abgesehen bewegen sich die demokratischen Parteien in aller Regel erst, wenn sie merken, dass sie mit ihrer Politik keine Mehrheiten mehr in der Bevölkerung bekommen; der Schwenk von Schwarz / Gelb bei der Atompolitik ist ein typisches Beispiel dafür.
- dem Statement kann ich nur beipflichten!