11.03.2011
400 Millionen Kilometer
fahren deutsche Autofahrer täglich, um Strecken von 1km (oder noch kürzer) zurückzulegen. Diese unglaubliche Zahl nennt die Kath. Landvolkbewegung (KLB) und begründet damit ihre Fastenaktion „Fairwandel dein Klima!“. In den nächsten 7 Wochen sollen die KLB-Mitglieder Auto-Kilometer "fasten" und sich auf diese Weise ein anderes Mobilitätsverhalten angewöhnen. Mir gefällt diese Initiative weil sie deutlich macht, dass uns nicht irgendwelche absurden E-10-Aktionen von Bundesregierung, Mineralöl- und Autokonzernen beim Klimaschutz voranbringen, sondern nur Einsicht und Vernunft. Die Politik muss ein modernes Mobilitätsverhalten fördern: Gute Bus- und Bahnverbindungen auch in der Region, Tempolimit auf den Autobahnen, keine steuerlichen Anreize mehr für schwere „Dienstwagen“!
Link zur KLB-Aktion: www.klb-regensburg.de/index.php


Vorhandene Kommentare
Seite 1
Hallo Herr Suttner,
ich freue mich sehr, dass endliche das Thema Mobiltät (gerade im urbanen Bereich) in die Öffentlichkeit bringt. Ich glaube, dass nirgendwo mehr Energie, Zeit und Geld vernichtet werden, als bei der kommunalen Verkehrsplanung.
Das wäre für sich bereits unsinnig genug. Gleichtzeitig fördern die meisten kommunalen Maßnahmen zur "Verkehrbeschleunigung" Emissionen an CO2, Feinstaub und Lärm bei mehr und schwerwiegenden Unfällen.
Soziologisch interessant und kaum öffntlich bewusst ist die siedlungszerschneidende Wirkung mehrspuriger Verkehrswege durch blockieren althergebrachten Verkehrs zu Fuß oder mit dem Rad. Nicht berücksichtigt wird dabei die Rolle auch die Rolle schwächerer Verkehrsteilnehmer (Ältere und Kinder).
Außerdem gibt es Studien, die beweisen, dass eine Steigerung der Durchschittgeschwindigkeit über 20km/h kaum möglich ist. Wer also das soziologisch Nutlose mit dem ökologisch Sinnlosen verbeinden möchte, muss bei der Verkehrplanung nur so weitermachen wie bisher.
Stattdessen sollte man im urbanen Bereich:
grundsätzlich eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h einführen
möglich viele gemeinsame Verkehrflächen für alle Verkehrsteilnehmer einrichten
LSA und Vorfahrtsregelungen ausdünnen (meist reicht rechts vor links)
das öffentliche Verkehrangebot stärken
die Stadt als Lebensraum wahrnehmen (keine Zuschüsse für Parkplätze und PKW-Aufbewahranstalten)
Ich glaube grundsätzlich ist dies ohnehin Anligen der ÖDP. Allerdings könnte es duchaus noch mehr im Fokus der Komunalpolitiker derÖDP stehen.
Daher erlaube ich mir darauf hinzuweisen, dass nach 2007 wieder Lärmkarten (gemäß §47c Abs.4 BImSchG alle fünf Jahr für dass vorhergehende Kalnderjahr [jetzt]) erstellt werden. Dieser Prozess soll und muss technisch und methodisch von demokratischen Vertretern kritisch begleitet werden. Da vin diesen Werten die Verkehrsplanung der nächsten Jahre abhängt ("Lasst euch nicht von Messwerten mit zweiflehafter Mehtodik überrumpeln"). Ich wünsche Ihnen von Herzen Erfolg bei Ihrer Politik.
Mit freundlichen Grüßen/Regards
Eberhard Krauss
Die Aktion der KLB ist zu begrüßen - es ist erfreulich, dass immerhin eine Gruppierung in der vielfach übersättigten, ebenso dumpfen wie stumpfen, ökologisch dümmlichen Gesellschaft mal eine gedankliche Pause macht, nachdenkt und im positiven Sinne Verzicht übt ... Viele junge Menschen halten es heute für selbstverständlich, selbst für kürzeste Entfernungen den PKW (natürlich möglichst groß - Motto: seht her, was ich bin und habe) zu nutzen. Wer steht heute noch für Maß halten, Nachhaltigkeit und Vernunft? Oder für komplexes Denken? Die politischen Grundsätze der ÖDP behalten ihre Gültigkeit "jenseits von Zeit und Raum" und das ist gut so. Die Gesellschaft wird es uns jetzt, morgen und übermorgen nicht danken - doch was solls?
Einsparungen werden nur diejenigen machen, welche eh schon sparen müssen.
Alle anderen fahren weiterhin Ihre große Familienkutsche oder Ihre gehobene Mittelklasse-Limousine spazieren, denn schließlich hat man sich die hart erarbeitet oder ergaunert. Und wenn man sie nicht herumfährt, dann würde es ja keiner sehen, dass man mehr hat, als so manch anderer.
Und andere Werte im Leben kennen solche Leute meist nicht.
Das finde ich so gut an der ÖDP, dass im Gegensatz zu allen anderen Parteien hier immer auch deutlich gemacht wird, dass es ohne Abstriche an der Lebensführung des Durchschnitts-Europäers nicht gehen wird. Die Erneuerbaren sind das eine, die Effizienz kommt dazu - aber die Hauptsache ist zunächst mal die Einsparung. Und die wird uns persönlich treffen. Dass dies vielleicht statt Quantität zu mehr Qualität und damit mehr Lebensfreude und Sinnhaftigkeit führen kann, das macht den ÖDP Ansatz so sexy.